Aktuelles Niederschlagsradar Deutschland
tom_chemnitz
Themenstarter


Ort: Penig
Höhe: 255 m ü.NN

Die Troposphäre der Erde ist zwischen 8km an den Polen und ca. 18km am Äquator mächtig.
In ihr findet nahezu das gesamte Wettergeschehen der Erde statt.

Nun zu einigen bedenklichen Entwicklungen, welche mir seit einiger Zeit durch Satellitendaten (NOAA-15) auffallen.

Für alle Interessierten der Link: http://discover.itsc.uah.edu/amsutemps/

Betrachtet man sich die Temperaturdaten der verschiedenen dargestellten Höhenschichten fällt der Temperaturanstieg der unter Schichten der Troposphäre auf. Im Gegensatz dazu sinken in den höheren Luftschichten die Durchschnittstemperaturen.

Beispiel: bezogen auf Referenzreihe der letzten 20 Jahre

Durchschnittstemperatur 1km Höhe (900mb): 2008 delta T ~ +1,5K
Durchschnittstemperatur 4,4km Höhe (660mb): 2008 delta T ~ 0,0K
Durchschnittstemperatur 17km Höhe (90mb): 2008 delta T ~ - 0,6K

Beispiel: bezogen auf die Referenzreihe der letzten 10 Jahre

1km Höhe: Juni 2008 Platz 2 / Max Juni 2007 / Min Juni 1999
4,4km Höhe: Juni 2008 Platz 8 / Max Juni 2002 / Min Juni 1999
7,5km Höhe: Juni 2008 Platz 10 / Max Juni 2002 / Min Juni 2008
11km Höhe : Juni 2008 Platz 10 / Max Juni 2002 / Min Juni 2008
14km Höhe : Juni 2008 Platz 10 / Max Juni 2002 / Min Juni 2008
17km Höhe : Juni 2008 Platz 10 / Max Juni 2002 / Min Juni 2008

Über Ursachen verweise ich auf meinen Artikel Klima-Cooling ebenfalls in der Rubrik Interessante Wetterdiskussionen.

Haben die Treibhausgase eine erwärmende Wirkung in den untersten Luftschichten und eine abkühlende Wirkung in den höheren Schichten der Troposphäre? Welche Parameter spielen des weiteren eine Rolle? Hat die niedrige Sonnenfleckenzahl (niedrige Aktivität der Sonne) bereits eine kühlende Wirkung auf die Erde?

Wer kann Angaben über die Ursachen des gegenläufigen Trends der Temperaturen in Erdbodennähe im Gegensatz zu höheren Schichten der Troposphäre machen.

Ich hoffe auf spannende Beiträge lächeln, Freude

MFG

Tom
28.06.2008, 18:30 Uhr
tom_chemnitz
Themenstarter


Ort: Penig
Höhe: 255 m ü.NN

Aktuelle Lage Anfang Februar 2009:

Die unteren Luftschichten der Troposphäre haben sich erneut massiv erwärmt. So werden laut Satellitenmessungen in einer Höhe von 900mb (~1km Höhe) im Vergleich zum Vorjahr nochmals um ca. 1K höhere Werte gemeldet als zum gleichen Zeitpunkt im Vorjahr. Somit liegen wir in dieser Höhe rund 2K über den durchschnittlichen Werten der Referenzperiode der vergangenen 20 Jahre.

Grüße Tom
05.02.2009, 15:56 Uhr
Guido Richter
Benutzerbild von Guido Richter

Ort: Seelitz OT Zschaagwitz
Höhe: 270 m ü.NN

Wie sieht es mit der einst aufgestellten These aus, es gäbe mehr Wolken als Folge stärkerer Verdunstung, Kondensationskeime usw.? Dies könnte bodennah, statistisch auf alle Regionen gesehen, wärmende und in oberen Schichten auskühlende (Reflexion) Wirkung haben. Hast du dazu einen heißen Draht, was Fachartikel angeht, die diese These untersuchen?
05.02.2009, 23:19 Uhr
tom_chemnitz
Themenstarter


Ort: Penig
Höhe: 255 m ü.NN

Hallo Guido,

diese These ist auch mir bekannt. Kenne aber leider keine wissenschaftlichen Papers dazu, da ich keine Meteorologie studiere.

Die wärmeren unteren Luftschichten der Troposphäre könnten theoretisch, global gesehen mehr Wasser aufnehmen. Einher könnte auch eine höhere Verdunstungsrate gehen. Allerdings würde eine vermehrte Wolkenbildung gerade diese, aufgrund verminderter Sonneneinstrahlung wieder verkleinern. Aerosole in der Troposphäre haben ja bekanntlich eine eher abkühlende Wirkung. So verbindet man diese oft mit der kurzzeitigen globalen Abkühlung in diesem Jahrhundert (z.B. 60er 70er Jahre). Eine verstärkte Umweltpolitik (Rußfilter...) verhinderten in der Folge einen weiteren dramatischen Anstieg der Aerosolkonzentration der Atmosphäre. Die Entwicklung gerade in China macht mich aber skeptisch zu dieser Frage.

Alles in allem habe ich leider nicht so viel Wissen um irgendwelche Aussagen über künftige Entwicklungen zu machen. Ich wollte nur mit Daten die momentane Situation aufzeigen. Die wissenschaftlichen Arbeiten zur globalen Erwärmung sind in sich oft schlüssig, jedoch im Vergleich teilweise auch widersprüchlich.

Joseph Stiglitz, ein vielleicht auch euch bekannter Ökonom und Nobelpreisträger meint zu dieser Thematik nüchtern aber mit Verstand. Hätten wir unsere Erde mehrer Male könnten wir uns auf ein Experiment mit den Auswirkungen der erhöhten Treibhausgase einlassen. Nur wir haben unsere Erde nur einmal und sollten diese schützen und alles verhindern was schädigend auf das Leben wirken könnte.

Vielleicht noch eine Meinung von mir für die mittelfristige Entwicklung in diesem Jahrhundert:
Die Natur ist immer bestrebt ein Gleichgewicht herzustellen. Wie auch immer dieses aussehen wird. Wir werden es erleben und staunen.

In diesem Sinne viele Grüße

Tom
06.02.2009, 08:54 Uhr

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